Das Fach Kulturanthropologie/Volkskunde ist an der Universität Bonn akut bedroht! Die Pläne an der Philosophischen Fakultät sehen momentan Einsparungen von rund 2 Mio. Euro vor. Derzeit wird an einem Konzept zur Einsparung gearbeitet, die Kulturanthropologie/Volkskunde ist die erste von konkreten Kürzungen betroffene Abteilung. Um die problematische Haushaltslage zu bewältigen hat die Strukturkommission der Philosophischen Fakultät eine Abschaffung der Professur fär Kulturanthropologie/Volkskunde vorgeschlagen.
Was heißt das? Mit der Abschaffung der Professur würde faktisch auch das Fach selbst nicht fortbestehen können. Studierende, die wegen der Wahlmöglichkeit des Profils Kulturanthropologie/Volkskunde den BA-Studiengang Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft belegen, werden in Zukunft dieses Profil nicht mehr wählen können. Auch für die Studierenden, welche bereits das Profil gewählt haben bzw. den MA Germanistik mit Profil Kulturanthropologie/Volkskunde belegen, würde dies in der bisherigen Form nicht mehr möglich sein. Zwar müssen begonnenen Studiengänge beendet werden können, doch liegen hier weder eindeutige Pläne geschweige denn schriftliche Zusicherungen vor. Freilich gründet sich eine gute Hochschulausbildung auch nicht nur auf „ordnungsgemäße” Lehre, sondern ist überdies auf parallele Forschung des Personals – Stichworte Aktualität und Konkurrenzfähigkeit – angewiesen. Wie kann ein angeblich berufsqualifizierender Studiengang für ein hochdynamisches Berufsleben qualifizieren, wenn die Inhalte nicht dem Wandel, nicht sich verändernden Problemkontexten angepasst werden? Warum werden die Studierenden des Profils Kulturanthropologie / Volkskunde im Institutsvergleich derart benachteiligt, obwohl sie doch mittels Studienbeitrögen deutlich überproportional zur sogenannten „Verbesserung” der Lehre gerade ihres Profils beitragen?
Eine Abschaffung des Faches würde außerdem der Universität Bonn Studierende und damit auch, was bereits überregional kritisch diskutiert wird, zahlreichen Kultureinrichtungen den traditionellen wissenschaftlichen Nachwuchs entziehen. Ob die Bonner Volkskunde aber durch diese oder ähnliche Maßnahmen tatsächlich de facto abgeschafft wird, darüber entscheidet letztlich der Rat der Philosophischen Fakultät – und zwar am 24.11.2010!
Eine namentliche Umfrage unter 150 Bonner Studierenden in den Basismodulen des Bachelor-Studiengangs „Germanistik, vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft” bestätigt das große Interesse an der Kulturanthropologie / Volkskunde.
Um so unverständlicher erscheinen einmal mehr die Pläne zur Stilllegung der Abteilung.









